Description
In verschiedenen Geschichten werden die Recken natürlich verschiedene heilige Schwerter finden und sich verschiedenen Erzfeinden stellen.
Und am Ende aller Geschichten wird der Bösewicht – egal wie mächtig und gerissen er auch sei – stets von dem Recken besiegt, der das Schwert führt.
„Schon wieder? Der Recke besiegt den Erzfeind und lebt glücklich mit der Prinzessin zusammen ...“
Die kluge und elegante junge Dame schloss das Buch. Hinter ihr gab das Uhrwerk einen leisen, verwirrten Laut von sich.
„Ich verstehe das nicht, Alain. Warum ist es in allen Geschichten so, dass der Recke am Ende immer siegt?“
„Nun, ich denke, für Geschichten ist ein leicht verständliches, glückliches Ende wohl einfach beliebter.“
„Ich hatte einmal einen Freund, der gerne Schach spielte. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, mochte er vielleicht nur das, wofür das Schachspiel steht.“
„Mit seinen Worten: Die Spielfigur kann nur einem festgelegten Pfad folgen, so wie ein Mensch mit schwachem Willen sich dem Schicksal fügt.“
„Genauso ist es bei Geschichten. Wenn es einen Recken mit einem heiligen Schwert gibt, muss es zwangsläufig auch einen Drachen geben, den es zu besiegen gilt.“
Die kluge und elegante junge Dame dachte einige Sekunden lang tief nach und kam bald zu einem perfekten Schluss:
„Ich habe rein gar nichts verstanden.“
„Dann erzähl ich eine andere Geschichte. In dieser Geschichte hat der Recke mit dem heiligen Schwert nicht gewonnen.“
„Vor langer, langer Zeit, an einem sehr, sehr weit entfernten Ort ...“
„... Gab es einmal ein Königreich, das von einem weißen Drachen beherrscht wurde ...“
...
Die Prophezeiung besagte, dass das Königreich seinem verdorrten Untergang entgegenging und selbst die schöne Prinzessin mit ihm verwelken würde.
Um die sterbende Welt in der Eierschale zu retten, beschloss der Narzissenkreuz-Recke, das legendäre und größte heilige Schwert zu finden.
Er glaubte fest daran, dass er nur durch das Durchtrennen gewöhnlicher Bündnisse und das Vereinen der Wünsche aller Menschen das jenseitige Ufer von Gut und Böse erreichen konnte.
Ohne zu zögern zu opfern, ohne Abschied zu scheuen, ohne Schmerz zu fürchten.
Der Narzissenkreuz-Recke träumte stets groß und rein,
dass die Körper der Sterblichen seine Träume nicht tragen konnten.
Deshalb sehnt sich der Recke danach, die Schwäche von Fleisch und Blut zu überwinden.
Er sehnte sich danach, alle Sünden und alles Leid allein zu tragen,
die Tränen der Welt mit dem geheimnisvollen Glanz der Freude zu trocknen,
sowie nach einer sogenannten Erhebung – ganz wie sich der Mensch aus dem Affen entwickelte.
Aber was ist ein Königreich ohne Menschen?
Deshalb wollte der weiße Drache, der an alten Gewohnheiten festhielt, den Recken der Gerechtigkeit aufhalten.
Er erschuf unzählige böse Maschinen und verteilte sie im ganzen Königreich,
selbst die Narzissenkreuz-Recke mit dem heiligen Schwert wurde von ihm in die Enge getrieben.
Und bevor der Recke sich in den Spalt stürzte, der alles auflöst, erinnerte er sich wohl an die Zeit, die er einst mit dem Drachen verbracht hatte, und sagte:
„Ja. Ich werde keinen Groll hegen. Ich weiß, du hast nicht den Anblick gesehen, den ich einst sah. Deshalb willst du mich aufhalten.“
„Ich werde zurückkehren, um alle Seelen zu retten. Ob es zehn oder sogar hundert Jahre sind, ich werde als neues Universum wiedergeboren.“
Sein Traum war immer so aufrichtig, dachte der Drache. Vielleicht wünschte sich der Drache in diesem Moment sogar, dass der Recke siegen würde.
Doch ein Drache bleibt ein Drache. Ein Drache lässt sich das Herz nicht so leicht durch einen Recken erweichen.
Der Drache sah nur zu, wie der Recke in die Spalte stürzte und sich zusammen mit dem Traum auflöste.
...
„Der Drache war wirklich schlimm.“
„Ja. Deshalb war er auch ein Drache. Selbst wenn er den Recken besiegt hätte, hätte er all seine wertvollsten Schätze verloren.“
„Vielleicht konnte der Drache die Wahl der Recken einfach nicht verstehen – die Welt der Menschen zu retten und doch ihre Schwäche nicht zu akzeptieren.“
„Wenn nicht alle das Schicksal übertreffen können, hat das Übertreffen einer einzelnen Person keinen Sinn.“
„Ha ... diese Geschichte mag ich nicht. Der Recke ist zu arrogant und der Drache zu stur. Beide sind Dummköpfe, die keinen Kompromiss kennen.“
„Sie wollen die Welt retten, aber verstehen nicht mal die Gefühle des anderen. Wenn ich in dieser Situation wäre, würde ich das nicht so machen.“
„Das ist gut zu hören. Schließlich ist es nur eine realitätsferne Einbildung, sich selbst zu opfern und die Welt zu retten.“
„Siehst du: Geschichten, in denen der gerechte und gütige Recke den Sieg davonträgt, sind immer beliebter.“
„In verschiedenen Geschichten werden die Recken natürlich verschiedene heilige Schwerter finden und sich verschiedenen Erzfeinden stellen.“
„Und am Ende aller Geschichten wird der Bösewicht – egal wie mächtig und gerissen er auch sei – stets von dem Recken besiegt, der das Schwert führt ...“
Und am Ende aller Geschichten wird der Bösewicht – egal wie mächtig und gerissen er auch sei – stets von dem Recken besiegt, der das Schwert führt.
„Schon wieder? Der Recke besiegt den Erzfeind und lebt glücklich mit der Prinzessin zusammen ...“
Die kluge und elegante junge Dame schloss das Buch. Hinter ihr gab das Uhrwerk einen leisen, verwirrten Laut von sich.
„Ich verstehe das nicht, Alain. Warum ist es in allen Geschichten so, dass der Recke am Ende immer siegt?“
„Nun, ich denke, für Geschichten ist ein leicht verständliches, glückliches Ende wohl einfach beliebter.“
„Ich hatte einmal einen Freund, der gerne Schach spielte. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, mochte er vielleicht nur das, wofür das Schachspiel steht.“
„Mit seinen Worten: Die Spielfigur kann nur einem festgelegten Pfad folgen, so wie ein Mensch mit schwachem Willen sich dem Schicksal fügt.“
„Genauso ist es bei Geschichten. Wenn es einen Recken mit einem heiligen Schwert gibt, muss es zwangsläufig auch einen Drachen geben, den es zu besiegen gilt.“
Die kluge und elegante junge Dame dachte einige Sekunden lang tief nach und kam bald zu einem perfekten Schluss:
„Ich habe rein gar nichts verstanden.“
„Dann erzähl ich eine andere Geschichte. In dieser Geschichte hat der Recke mit dem heiligen Schwert nicht gewonnen.“
„Vor langer, langer Zeit, an einem sehr, sehr weit entfernten Ort ...“
„... Gab es einmal ein Königreich, das von einem weißen Drachen beherrscht wurde ...“
...
Die Prophezeiung besagte, dass das Königreich seinem verdorrten Untergang entgegenging und selbst die schöne Prinzessin mit ihm verwelken würde.
Um die sterbende Welt in der Eierschale zu retten, beschloss der Narzissenkreuz-Recke, das legendäre und größte heilige Schwert zu finden.
Er glaubte fest daran, dass er nur durch das Durchtrennen gewöhnlicher Bündnisse und das Vereinen der Wünsche aller Menschen das jenseitige Ufer von Gut und Böse erreichen konnte.
Ohne zu zögern zu opfern, ohne Abschied zu scheuen, ohne Schmerz zu fürchten.
Der Narzissenkreuz-Recke träumte stets groß und rein,
dass die Körper der Sterblichen seine Träume nicht tragen konnten.
Deshalb sehnt sich der Recke danach, die Schwäche von Fleisch und Blut zu überwinden.
Er sehnte sich danach, alle Sünden und alles Leid allein zu tragen,
die Tränen der Welt mit dem geheimnisvollen Glanz der Freude zu trocknen,
sowie nach einer sogenannten Erhebung – ganz wie sich der Mensch aus dem Affen entwickelte.
Aber was ist ein Königreich ohne Menschen?
Deshalb wollte der weiße Drache, der an alten Gewohnheiten festhielt, den Recken der Gerechtigkeit aufhalten.
Er erschuf unzählige böse Maschinen und verteilte sie im ganzen Königreich,
selbst die Narzissenkreuz-Recke mit dem heiligen Schwert wurde von ihm in die Enge getrieben.
Und bevor der Recke sich in den Spalt stürzte, der alles auflöst, erinnerte er sich wohl an die Zeit, die er einst mit dem Drachen verbracht hatte, und sagte:
„Ja. Ich werde keinen Groll hegen. Ich weiß, du hast nicht den Anblick gesehen, den ich einst sah. Deshalb willst du mich aufhalten.“
„Ich werde zurückkehren, um alle Seelen zu retten. Ob es zehn oder sogar hundert Jahre sind, ich werde als neues Universum wiedergeboren.“
Sein Traum war immer so aufrichtig, dachte der Drache. Vielleicht wünschte sich der Drache in diesem Moment sogar, dass der Recke siegen würde.
Doch ein Drache bleibt ein Drache. Ein Drache lässt sich das Herz nicht so leicht durch einen Recken erweichen.
Der Drache sah nur zu, wie der Recke in die Spalte stürzte und sich zusammen mit dem Traum auflöste.
...
„Der Drache war wirklich schlimm.“
„Ja. Deshalb war er auch ein Drache. Selbst wenn er den Recken besiegt hätte, hätte er all seine wertvollsten Schätze verloren.“
„Vielleicht konnte der Drache die Wahl der Recken einfach nicht verstehen – die Welt der Menschen zu retten und doch ihre Schwäche nicht zu akzeptieren.“
„Wenn nicht alle das Schicksal übertreffen können, hat das Übertreffen einer einzelnen Person keinen Sinn.“
„Ha ... diese Geschichte mag ich nicht. Der Recke ist zu arrogant und der Drache zu stur. Beide sind Dummköpfe, die keinen Kompromiss kennen.“
„Sie wollen die Welt retten, aber verstehen nicht mal die Gefühle des anderen. Wenn ich in dieser Situation wäre, würde ich das nicht so machen.“
„Das ist gut zu hören. Schließlich ist es nur eine realitätsferne Einbildung, sich selbst zu opfern und die Welt zu retten.“
„Siehst du: Geschichten, in denen der gerechte und gütige Recke den Sieg davonträgt, sind immer beliebter.“
„In verschiedenen Geschichten werden die Recken natürlich verschiedene heilige Schwerter finden und sich verschiedenen Erzfeinden stellen.“
„Und am Ende aller Geschichten wird der Bösewicht – egal wie mächtig und gerissen er auch sei – stets von dem Recken besiegt, der das Schwert führt ...“